Stefan Wollenberg: Gefährliche Privatisierungsfantasien

Potsdams Oberbürgermeisterin Noosha Aubel will eine Teilprivatisierung des städtischen Klinikums Ernst von Bergmann weiter prüfen. Das ist ein gefährlicher Irrweg, sagt Linken-Landesgeschäftsführer Stefan Wollenberg:

„Noch nie ist öffentliche Daseinsvorsorge durch Privatisierung jemals irgendwo dauerhaft günstiger oder besser geworden – im Gegenteil. Am Ende zahlt noch immer der Steuerzahler für die Profitinteressen privater Konzerne. Über eine Teilprivatisierung eines der größten Brandenburger Krankenhäuser und Gesundheitsversorger nachzudenken, ist schlicht verantwortungslos! Privatisierungen führen regelmäßig zu Stationsschließungen und Einschränkungen des Angebots gerade für chronisch Kranke und in der Grundversorgung, während der Fokus auf wirtschaftlich lukrativen Operationen und Behandlungen liegt.

Das Bergmann-Klinikum hateine zentrale Funktion weit über Potsdam hinaus für ganz West-Brandenburg. Schon deshalb ist Gesundheitsminister René Wilke und die Landesregierung hier gefordert, solchen Spekulationen konsequent den Riegel vorzuschieben! Statt über mit privaten Investoren über einen möglichen Einstieg, sollte Frau Aubel mit dem Ministerium über eine Stabilisierung des Klinikums verhandeln. Die Brandenburger*innen sind auf eine stabile und gut erreichbare Krankenhausversorgung angewiesen. Das geht verlässlich nur in öffentlicher Hand! Für Privatisierungen zahlen wir am Ende alle die Zeche!“