1.1.2 Gute berufliche Bildung: Für die Fachkräfte von Morgen

Die Berufsbildung legt den Grundstein für das weitere Leben. Unser Ziel ist es, dass alle jungen Brandenburgerinnen und Brandenburger die Schule mit einer Perspektive für eine berufliche oder akademische Ausbildung verlassen, welche ihren individuellen Voraussetzungen, Interessen, Wünschen und Neigungen entspricht. Wenn Menschen über eine gute Ausbildung verfügen, haben sie bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt, kommen leichter in Beschäftigung, schaffen selbst Arbeitsplätze und können ihr Einkommen erhöhen.  Unsere Wirtschaft ist auf motivierte und gut ausgebildete Arbeitskräfte angewiesen. Deshalb setzen wir uns für eine hohe fachliche Qualität der Ausbildung und für gute Ausbildungsbedingungen in den Betrieben ein.

In Brandenburg erhalten trotz des hohen Bedarfs an Fachkräften noch immer viele junge Menschen keinen passenden Ausbildungsplatz oder hängen in endlosen Warteschleifen fest. In vielen Branchen müssen junge Menschen weiterhin für ihre Ausbildung bezahlen beziehungsweise Schulgeld entrichten. Und noch immer wird in viel zu vielen Betrieben nach dem Prinzip “Lehrjahre sind keine Herrenjahre” verfahren.

Unsere Projekte:

  • Modellprojekt Berufsausbildung mit Abitur: Wir werden die Voraussetzungen für die Berufsausbildung mit Abitur schaffen. Gemeinsam mit Unternehmen, Kammern und Schulen sollen Modellprojekte geschaffen werden, damit gerade Abiturientinnen und Abiturienten eine klare Vorstellung von den Möglichkeiten einer dualen Berufsausbildung und den vielfältigen Berufsbildern erhalten.
  • Praktikumsprämie einführen: Schülerinnen und Schüler, die während der Ferien freiwillige Praktika in Unternehmen leisten, werden eine Prämie von 150 Euro pro Woche vom Land erhalten.
  • Unterricht im Betrieb: In der 9. Klasse sollen alle Schülerinnen und Schüler wöchentlich einen Schultag in Unternehmen absolvieren und dabei mindestens 5 Berufsfelder kennenlernen. Wir werden Modellprojekte zu regelmäßigen Praktika in Betrieben („Unterricht im Betrieb“) während des Unterrichts fördern und sie langfristig landesweit absichern.
  • Berufsorientierung stärken und Übergangsmaßnahmen ausbauen: Wir werden eine intensivere und frühere berufliche Orientierung in allen Schulformen sowie den Ausbau von Übergangsmaßnahmen einführen. Berufliche Orientierung muss als inhaltlicher Schwerpunkt in der Ausbildung aller Lehrkräfte verankert werden.
  • Jugendberufsagenturen ausbauen: Beim Übergang in Ausbildung und Arbeit junger Menschen unter 25 Jahren unterstützen Jugendberufsagenturen mit ihrem Beratungs- und Integrationsangebot. Wir werden dafür sorgen, dass es in jedem Landkreis ein solches Angebot gibt.
  • Freiwilligendienste als Sprungbrett nutzen: Wer nach dem Freiwilligendienst eine Ausbildung in einem verwandten Arbeitsfeld beginnt, soll den Freiwilligendienst zum Teil als Ausbildungszeit anerkannt bekommen und so seine Ausbildung verkürzen können.
  • Oberstufenzentren in ihrer Zahl erhalten und Berufsschulen stärken: Wir werden flexible, regionale grundständige Ausbildungsangebote für Berufsschullehrkräfte in Brandenburg einführen und die Zahl der Studienplätze für den neuen Masterstudiengang zur Berufsschullehrerausbildung deutlich erhöhen.
  • Schulgeldfreiheit und Ausbildungsförderung: Wir werden Ausbildungsgebühren (Schulgeld) sowie Bürokratie und Sanktionen beim Aufstiegs-BAföG (AFBG) abschaffen. Staatlich Anerkannte Ersatzschulen der Beruflichen Bildung (Fachschulen und Berufsfachschulen) bleiben erhalten und werden zu 100% vom Land gefördert.
  • Mobilitätsunterstützung: Um Auszubildende zu entlasten werden wir ein kostenfreies ÖPNV-Ticket für den Weg zum Ausbildungsbetrieb und zur Fachschule einführen. In „ÖPNV-armen“ Regionen wollen wir über ein „Tank-Budget“ die Nutzung von privaten Fahrzeugen ermöglichen. Die massiv gestiegenen Kosten für den Führerschein werden wir durch ein Förderprogramm des Landes deckeln.
  • Brandenburger Azubi-Werk schaffen: Mit einem Azubi-Werk werden wir mehr bezahlbare Wohnungen und Wohnheimplätze für Auszubildende in Brandenburg schaffen.
  • Solidarische Umlagefinanzierung: Wir nehmen alle Betriebe in die Pflicht, damit ausreichend duale und qualitativ hochwertige Ausbildungsplätze geschaffen werden können. Betriebe, die nicht ausbilden, unterstützen mit der Umlage jene Betriebe, die das tun.