3.6 Gute Wissenschaft und Forschung

Wissenschaft und Forschung sind unverzichtbar, um Lösungen für aktuelle und künftige Herausforderungen, wie z.B. den Klimawandel, den demografischen Wandel sowie Fragen sozialer Gerechtigkeit und Frieden, zu entwickeln. Für uns ist klar: Wissenschaft muss der Motor für gesellschaftliche Innovation, nicht allein für wirtschaftliches Wachstum sein. Mit gezielter Förderung wollen wir kritische und innovative Forschung im Bereich Grundlagenforschung und angewandte Forschung und Lehre unterstützen und die Universitäten und Hochschulen darin begleiten, Nachhaltigkeit, Vielfalt, Inklusion und Chancengleichheit im Wissenschaftsbetrieb voranzubringen. Wir gestalten ein Brandenburg, in dem beides möglich ist: progressive Spitzenforschung und gute Bedingungen für Studierende und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

Unser Ziel ist es, dass jede und jeder sich weiterbilden und sich mit den eigenen Fähigkeiten in unsere Gesellschaft einbringen kann. Deshalb gestalten wir den Zugang zum Studium so leicht wie möglich: Sämtliche Gebühren und auch den Numerus Clausus lehnen wir grundsätzlich ab. Wir wollen aber auch, dass alle Menschen ihr Studium erfolgreich beenden können. Lohnarbeit, Leistungsdruck und Lebensentscheidungen dürfen kein Hindernis sein. Wir machen uns stark für Studienbedingungen, die zu jedem Leben und Lebensabschnitt passen. Gleichzeitig wollen wir mehr Sicherheiten für diejenigen, die das Fundament für gute Lehre und Forschung schaffen. Deshalb werden wir gute Arbeitsbedingungen in der Wissenschaft durchsetzen – gegen Befristungen, Überlastung und prekäre Bezahlung. Denn nur, wer sich frei und ohne Ängste seiner Arbeit widmen kann, behält die Freude und Neugier, die es für die Wissenschaft braucht.

Priorisiert vorantreiben werden wir die Studienangebote in den Bereichen Bildung und medizinische Versorgung. Von der Prignitz bis in die Lausitz müssen Fachkräfte gleichwertig zur Verfügung stehen. Den Aufbau des Innovationszentrums Universitätsmedizin in der Lausitz unterstützen wir konsequent.

Wer hohe Anforderungen an die Wissenschaft stellt, muss diese auch auskömmlich finanzieren. Wir wollen Hochschulen mit einer verlässlichen Grundfinanzierung ausstatten, die sich an die jeweiligen Anforderungsprofile anpasst. Wenn wir Hochschulen nicht allein als Ausbildungsorte für den Arbeitsmarkt sehen, dürfen wir die Investition in Wissenschaft und Forschung nicht privaten Investoren und Dritten überlassen. Um gesellschaftliche Herausforderungen zu meistern, müssen wir es als Land selbst in die Hand nehmen!

Unsere Projekte:

  • Kostenloses Studium für alle: Wir wollen sämtliche Kosten im Zusammenhang mit dem Studium abschaffen. Dazu zählen die Immatrikulations- und Rückmeldegebühren genauso, wie Kosten für Lehr- und Lernmittel oder Gebühren für bestimmte Zertifikatsnachweise wie bspw. Sprachtests.
  • Preis-Stopp in Mensen und Wohnheimen: Mit Hilfe der Landesförderung wollen wir die Preise in den Mensen und Wohnheimen stabilisieren und weitere Erhöhungen, inklusive der Semesterbeiträge für die Studierendenwerke verhindern. Darüber hinaus wollen wir ein komplett kostenloses, einfaches Mittagsangebot für Studierende in allen Mensen schaffen.
  • Studierendenwerke finanzieren: Die Studierendenwerke müssen ausreichend finanziert werden. Auskömmliche Zuschüsse für den laufenden Betrieb sind nötig. Damit sie Studierendenwohnheime sanieren und neu bauen können, muss ein Investitionsprogramm auf den Weg gebracht werden.
  • Offensive für mehr studentischen Wohnraum: Wir wollen eine eigenständige Förderrichtlinie für studentischen Wohnraum auf den Weg bringen sowie gemeinsam mit den Kommunen nach bebaubaren Grundstücken suchen und sie ankaufen.
  • Verlässliche Finanzierung sichern: Wir werden den jährlichen Mittelaufwuchs für die Hochschulen um 5 Millionen Euro weiterführen.
  • Dauerstellen für Daueraufgaben: Wir werden den gesamten wissenschaftlichen und nichtwissenschaftlichen Unter- und Mittelbau an Hochschulen stärken. Wir wollen, dass mindestens die Hälfte aller wissenschaftlichen Stellen an den Hochschulen zukünftig unbefristet sind. Lehraufträge, die von Menschen ohne existenzsicherndes Haupteinkommen verrichtet werden, sollen in Dauerstellen überführt und ansonsten unterbunden werden.
  • Planungssicherheit für Beschäftigte: Auf Bundesebene setzten wir uns dafür ein, das Wissenschaftszeitvertragsgesetz (WissZeitVG) abzuschaffen und stattdessen ein Wissenschaftsqualifizierungsgesetz zu beschließen. Höchstbefristungslaufzeiten müssen verschwinden, stattdessen soll es Planungssicherheit für alle Beschäftigten in der Wissenschaft geben.
  • Lehrverpflichtung reduzieren: Lehrverpflichtungen von mehr als 16 Semesterwochenstunden müssen unterbunden werden. Wir wollen die Lehrverpflichtung und damit die Arbeitsbelastung begrenzen. Denn Lehre, Forschung und Transfer gehören zur Arbeit aller Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dazu.
  • Hochschulen demokratisieren: Alle Hochschulangehörigen sollen sich zukünftig auf Augenhöhe begegnen können sollen. Daher wollen wir an den Hochschulen Departmentstrukturen etablieren, die Viertelparität einführen und die Senate stärken.
  • Studentischer Tarifvertrag jetzt: Wir setzen uns für einen echten, bundesweiten studentischen Tarifvertrag ein.
  • Studienbedingungen an die Lebensrealität der Studierenden anpassen: Mit klaren Regelungen für Teilzeitstudium, Urlaubssemester, Praktika und duale Studiengänge schaffen wir für alle die Möglichkeit, das Studium erfolgreich zu beenden.
  • Lehramtsstudium stärken: Brandenburg braucht mehr Lehrkräfte. Um mehr junge Menschen für das Lehramtsstudium zu begeistern, wollen wir die Studienbedingungen an der Universität Potsdam sowie an der BTU Cottbus Senftenberg, z.B. durch die stärkere Verzahnung von Theorie und Praxis, attraktiver gestalten. Darüber hinaus wollen wir das Lehramtsstudium dezentralisieren, z.B. durch die Einrichtung eines zusätzlichen Lehramtsstudiengangs an der Europa Universität Viadrina.
  • Aufbau der Universitätsmedizin in der Lausitz als Chance für Brandenburg: Wir wollen den Aufbau des Innovationszentrums Universitätsmedizin nutzen, um die Gesundheitswissenschaft in Brandenburg neu zu strukturieren. Deshalb begleiten wir ihn von Anfang an mit der Zielsetzung eines bestmöglichen Studiums, wobei gute Arbeitsbedingungen für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewährleistet werden müssen. Die Abhängigkeit der Ärztegewinnung Brandenburger Kliniken und Praxen von privaten Hochschulen wollen wir überwinden.
  • Frauen, Queers und Migrantinnen und Migranten in den Hochschulen aktiv fördern: Wir werden die Diversität an den Brandenburger Hochschulen stärken. Dazu zählt neben der aktiven Förderung von migrantischen und weiblichen Beschäftigten in der Wissenschaft auch die Schaffung von Schutzräumen, eine Auseinandersetzung mit Macht und Privilegien an Hochschulen sowie die entsprechende Thematisierung in den Lehrinhalten bspw. durch Geschlechterwissenschaften, Postkolonialismus etc.
  • BAföG-Reform: Wir werden uns auf Bundesebene für eine grundsätzliche Reform des BAföG einsetzen. Unser Ziel ist ein elternunabhängiges, nicht rückzahlungspflichtiges BAföG, das es allen ermöglicht zu studieren.
  • Keine Forschung für das Militär: Wir werden eine Zivilklausel festschreiben. Forschung darf ausschließlich für zivile Zwecke stattfinden. Die Bundeswehr darf kein Drittmittelgeber an Brandenburgs Hochschulen sein.
  • Orientierungsstudium ermöglichen: Wir setzen uns dafür ein, dass Studierende überall das Recht bekommen, ein mindestens zweisemestriges Orientierungsstudium zu absolvieren.
  • Gute Arbeit im dualen Studium: In einem dualen Studium müssen wie in einer Berufsausbildung Qualitätsstandards für die Praxisphasen verankert sein. Dazu zählen aus unserer Sicht eine Mindestausbildungsvergütung, das Verbot von ausbildungsfremden Tätigkeiten und Regelungen zur Freistellung. Außerdem müssen die Standards des Bundesurlaubsgesetzes und der Entgeltfortzahlung angewandt werden.