Yasmin Kirsten: Gesetzliche Kassen torpedieren psychotherapeutische Versorgung
Die Entscheidung des Spitzenverbandes zur Absenkung der Honorare für Psychotherapeut*innen ist ein fatales Signal, sagt die stellvertretende Landesvorsitzende der Brandenburger Linken, Yasmin Kirsten:
„Schon jetzt ist die psychotherapeutische Versorgung reines Glücksspiel – adäquate und schnelle Hilfe in akuten Notfällen kaum möglich. Dabei steigt die Belastung der Praxen und die Zahl hilfesuchender Menschen kontinuierlich an. Gerade bei jungen Menschen kämpfen wir seit der Covid-Pandemie mit einem massiven Anstieg psychischer Belastungen und Erkrankungen.
In dieser Mangelsituation und bei enormen Kostenanstiegen in allen Bereichen die Vergütung der Therapeut*innen abzusenken, ist absurd und verantwortungslos! Nach Angaben der Deutschen Psychotherapeuten-Vereinigung erwirtschaften schon jetzt nur die Hälfte des Ertrags hausärztlicher Praxen – bei gleichem Arbeitsaufwand. Die geplante Absenkung der Vergütung kann da schnell zur Existenzfrage werden.
Wir fordern die gesetzlichen Kassen klar auf, diese Entscheidung nicht umzusetzen und keine Absenkung der Vergütungen vorzunehmen. Die psychotherapeutische Versorgung muss ausgebaut – nicht kaputtgespart werden. Es darf nicht sein, dass nur noch Menschen therapeutische Unterstützung erhalten, die ihre Therapiestunden selbst bezahlen können!“

