Katharina Slanina: Erinnern allein reicht nicht

Am 27. Januar gedenken wir der Befreiung des KZ Auschwitz-Birkenau und der Millionen Menschen, die von den Nationalsozialisten ermordet wurden. Dieses Gedenken ist heute notwendiger denn je, sagt die Landesvorsitzende der Linken, Katharina Slanina:

„Millionen Menschen starben in den Konzentrations- und Vernichtungslagern der Nazis – weil sie anders glaubten, anders lebten, anders aussahen. Jüd*innen, Sintizze und Romnja, queere Menschen, Kommunist*innen, Sozialist*innen – sie alle wurden Opfer eines historisch einmaligen Vernichtungsfeldzuges. Sich immer wieder vor Augen zu führen, wohin menschlicher Fanatismus führen kann, ist unsere historische Pflicht. Wie Margot Friedländer feststellte, genügt die Erinnerung allein jedoch nicht!

In einer Zeit, in der auch in Deutschland Parteien offen Remigration und die Verfolgung Andersdenkender fordern, in der CSD’s angegriffen, Geflüchtetenunterkünfte und Jugendclubs angezündet werden, in einer Zeit, in der ein amerikanischer Präsident von maskierten Paramilitärs vermeintliche Migrant*innen in den Straßen jagen lässt – in einer solchen Zeit müssen wir auf- und zusammenstehen! Es gibt eine Lehre und einen Auftrag, der aus dieser Vergangenheit resultiert: die Verteidigung von Menschlichkeit und Demokratie. Jetzt ist der Punkt in der Geschichte, zu dem uns unsere Enkelkinder später fragen werden: Was habt ihr getan, als die Faschisten wieder nach der Macht griffen? Und dann wollen und müssen wir sagen können: Wir haben es verhindert. Nie wieder ist jetzt!“