Stephan Wende: Inklusion steht nicht zur Disposition!

Die Linke teilt die Kritik des Landeselternrates an der Kürzung von 345 Lehrerstellen bei steigenden Schülerzahlen und unterstützt die Forderungen zum Ausbau von multiprofessionellen Teams mit Schulsozialarbeit und Schulpsychologie. Die Positionen des Landeselternrates zur Inklusion kommentiert der stellvertretende Landesvorsitzende der Linken, Stephan Wende jedoch kritisch:

„Inklusion ist weder ein ‚nice to have‘, noch Verhandlungsmasse! Die UN-Behindertenrechtskonvention gilt, auch, wenn sich das in Deutschland für viele Betroffene anders anfühlt. Kinder mit Förderbedarfen haben das gleiche Recht auf Bildung wie alle anderen Kinder auch. Wenn die Bedingungen an unseren Schulen dieses Recht nicht gewährleisten können, dann müssen die Bedingungen geändert werden! Die Abschaffung von Inklusion ist nicht verhandelbar!

Auch die Forderung nach höheren Zugangshürden für Gymnasien führt in dieselbe falsche Richtung. Deutschland hat bereits jetzt eines der sozioökonomisch selektivsten Schulsysteme im europäischen Vergleich. Erfolgreiche Bildungssysteme in Europa setzen auf langes gemeinsames Lernen, Durchlässigkeit und vor allem konsequente Investitionen in die Verbesserung der Bedingungen.

Wer Lehrkräfte nicht verheizen und die Potenziale aller Kinder fördern will, darf keine Neiddebatte führen! Erfolgreiche Bildung brauchen die ‚besonders Schlauen‘ ebenso wie Kinder mit Förderbedarfen. Das geht nur an gut ausgestatteten Schulen mit guten Arbeitsbedingungen für Lehrkräfte und multiprofessionellen Teams zu ihrer Unterstützung. Einer Debatte dazu stellen wir uns jederzeit gern!“